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,,Ölspuren“, 100 m Leitplanken, eine neue Installation von Kurt Fleckenstein im Kunstmuseum Solothurn

Es wird nicht gekleckert im Kunstmuseum Solothurn. 100 Meter Leitplanken und 250 Kg Zuckerwürfel für die süßen Bedürfnisse hat der deutsche Künstler Kurt Fleckenstein in die Schweiz spediert.

BildIn die Vollen gehts im ehrwürdigen Kunstmuseum Solothurn in der Schweiz. Dort, wo in der Sammlung so bedeutende Namen wie Jean Tinguely, Daniel Spoerri oder Pablo Picasso vertreten sind, hat Kurt Fleckenstein 100 Meter Stahl Leitplanken mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen verarbeitet und installiert. Über vier Ausstellungsräume schlängeln sich die Leiplanken über den Boden, um im letzten Raum in einer Serpentine zu enden, die den Eindruck einer überdimensionalen Carrera-Rennbahn vermittelt. Im Raum macht sich der Geruch von altem Motorenöl breit, der den Museumsräumen den „Duft“ einer Autowerkstatt verleiht. Mit Öl hat Fleckenstein die Leitplanken aufpoliert und so auch der Installation den Titel „Ölspuren“ verpasst. Der Mannheimer Künstler, der auch in Wroclaw/Breslau ein Atelier betreibt und mit raumgreifenden Installationen und Aktionen international Aufsehen erregt, hat zuletzt in die Kunsthalle St. Annen in Lübeck einen 40 Meter langen und 20 Meter breiten Hochspannungsmasten montiert.

Fleckenstein bevorzugt Ready Made Installationen, die aus industriellen Materialien hergestellt sind und für die Ausstellungen verfremdet, umgebaut oder mit anderen Materialien kombiniert werden. Die Interaktion mit dem Ausstellungsort ist für ihn dabei besonders wichtig. Dies trifft auch für seine zweite Arbeit in Solothurn zu. Aus 250 kg Industriezucker formt er einen überdimensionalen Zuckerwürfel, den er in der Blickachse zum Museumseingang in der historischen Gartenanlage aufgestellt hat. Der Zuckerwürfel ist sich selbst, der Umgebung und dem Zerfallsprozess überlassen. Ganze Heerscharen von Bienen haben schon kurz nach Fertigstellung das große Fressen entdeckt und machen sich über ihn her. Der Titel: „es ist angerichtet“ passt vorzüglich. Größere Tiere werden an ihm nagen und der Regen wird das Übrige zur Auflösung beitragen. Kunst, die sich selbst auflöst und damit dem kommerziellen Handel entzogen wird. Nicht schlecht …

Die beiden Installationen sind eingebettet in die Ausstellung mit dem sperrigen Titel: „Solothurn- Mannheim“. Mit der Ausstellung Mannheim – Solothurn hinterfragt der vom Kunstverein Solothurn eingeladene Gastkurator Heinrich Gartentor Themen wie Grenze und Ausgrenzung, sowohl geographisch wie auch in Bezug auf die eingeladenen künstlerischen Positionen: Was ist lokal, was international, oder ist eine solche geographische Begrenzung in Bezug auf die Kunst obsolet? Dies ist dann auch der Grund, warum die Ausstellung ebenfalls in der Stadtgalerie Mannheim in „verkleinerter“ Form gezeigt wurde und warum sowohl Künstler aus Deutschland und der Schweiz zur Teilnahme eingeladen wurden.

Ausstellung vom 31.08.2013 bis 10.11.2013
Kunstmuseum Solothurn
Werkhofstrasse 30
CH-4500 Solothurn

Informationen: kurt-fleckenstein.com

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